1967-1996

IKS am Evreuxring - Im Jahr 1969 zog die Immanuel-Kant-Schule in die heutigen Gebäude im damals noch wirklich "Dicken Busch" um. Das Gebäude befand sich damals an der Bebauungsgrenze, jenseits des Evreuxrings war Wald.

Gegen Ende der sechziger Jahre kamen die Lehrer und Schüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Bewegung. Weniger durch die "Wilden '68er", eher schon durch die Stadt Rüsselsheim, der es gelang, im Jahre 1969 den Neubau des Immanuel-Kant-Gymnasium im damals noch wirklich "Dicken Busch" fertigzustellen.

Der Umzug dauerte über mehrere Monate an und machte es erforderlich, dass ein Großteil der Lehrer zwischen dem Altbau in der Innenstadt und dem Neubau am Rande der Stadt pendelten. Da noch nicht die gesamte Lehrerschaft über Autos verfügte, fand man sich zu Fahrgemeinschaften zusammen.

"Der rüssel", die damalige Schülerzeitung, berichtet im Juli 1968 von einem Rundgang durch den noch nicht fertiggestellten Neubau:

"Die Fachsäle werden bezüglich der Anzahl sowie auch der Einrichtung nichts zu wünschen übrig lassen. [...] Sämtliche Säle der naturwissenschaftlichen Fächer lassen sich motorisch absolut lichtdicht verdunkeln, die Demonstrationssäle haben ansteigende Bankreihen und ihnen sind Sammlungs- und Vorbereitungsräume angeschlossen. In den Mathematiksälen werden zwei Elektronenrechner stehen, die Biologie- und Physikräume werden in ihrer Einrichtung keinen Wunsch offen lassen. [...]

Die Chemikaliensammlung wird das Periodensystem fast vollständig erhalten [...], auch eine Wasserstoffflasche und eine Stickstoffflasche werden im Gegensatz zur derzeitigen Sammlung nicht fehlen."

In diesem Zusammenhang ist auch ein späterer Artikel bemerkenswert, in dem der stellvertretende Chefredakteur des "rüssel", G. Dreyer, unter der Überschrift "An die Sextaner" diese auffordert, die neuen Räume so zu behandeln, dass auch spätere Schülergenerationen gerne in diesen lernen wollten. Ferner fordert er die "Fahrschüler" auf, sich beim Warten auf ein öffentliches Verkehrsmittel so zu benehmen, dass "keinerlei Klagen von irgendeiner Stelle kämen".

Am 14.07.1969 besuchte schließlich die Staatssekretärin des Hessischen Kultusministeriums, Dr. Hildegard Hamm-Brücher, unsere Schule und zeigte sich sehr beeindruckt. Bei der Besichtigung der Fachsäle stellte sie fest, dass sie in ihrem Universitätsstudium nicht annährend so gute Gerätschaften zur Verfügung gehabt habe.

"Wachablösung"

Fast zeitgleich mit dem Umzug kam der Schulleiterwechsel. In einer Feierstunde am 13.07.67 wurde Schulleiter Dr. Julius Simon verabschiedet. In einem Kommentar der Schülerzeitung "der rüssel" lesen wir hierzu folgende Dankesworte:

"Ich glaube, im Namen aller Schüler zu sprechen, wenn ich nun sage, daß wir immer eine tiefe Verehrung für Ihr Wirken und Ihre Person empfinden werden. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, der Jugend einen Weg in die Zukunft zu weisen, und man darf sagen, daß Sie diese Aufgabe erfüllt haben. Möge Ihre Weltanschauung und Ihr Geist in unserer Schule, auch wenn wir nun bald umziehen, weiterleben."

Auch die Verfasser dieser Chronik haben Dr. Julius Simon zu danken. Durch die regelmäßige und ausführliche Dokumentation des Schulgeschehens in sog. "Jahresberichten" ermöglichte er uns einen detaillierten Einblick in das Schulleben "früherer" Zeiten.

Am 01.12.67 trat Werner Keil sein Amt als Direktor unserer Schule an. Davor war er Lehrer für Chemie, Physik und Sport am Max-Planck-Gymnasium in Rüsselsheim, wo er auch das Amt des stellvertretenden Schulleiters ausübte.

SMV, SSB, USG und USO oder "Wie werde ich Revoluzzer?"

Die Schülermitverwaltung ist der Vorfahre unserer SV und entspricht in Organisation und Aufgaben dieser.

Als es nun im Jahre 1968 in Deutschland aufgrund des Schah-Besuchs und des Vietnamkrieges zu ersten Studentendemonstrationen kam, bildete sich relativ rasch der Sozialistische Schülerbund in Rüsselsheim. Dieser wurde gemeinsam von Schülern des Max-Planck- und des Immanuel-Kant-Gymnasiums initiiert und versuchte, mit der Forderung nach einem "frei gewählten Schülerparlament" und der "Politisierung der Schüler" den Einfluss der "bürgerlichen" SMV zu beschränken. Der SSB brachte zeitweise eine überschulische Zeitung "Agil" heraus, in der marxistische, leninistische und halbmaoistische Ansichten des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes veröffentlicht wurden.

Prompt bildete sich darauf aus Schülern der zehnten Klasse die Unabhängige Schülergemeinschaft, die in ihren Forderungen wesentlich weiterging, aber auf das Kant-Gymnasium beschränkt blieb und deshalb keinerlei Chancen hatte, ihre utopischen Forderungen durchzusetzen.

Im Jahre 1969 bildete sich schließlich, vom Planck-Gymnasium ausgehend, die Unabhängige Schüler-Organisation. Diese forderte in einem "Zehn-Punkte-Programm" die Demokratisierung der Schulen, aber z.B. auch die Einführung eines abgestuften Sexualkundeunterrichts an unserer Schule. Die USO distanzierte sich vom SSB und baute auf eine enge Zusammenarbeit mit der SMV.

Trotz all dieser Aktivitäten blieben die Auswirkungen auf unsere Schule und Rüsselsheim eher gering. Die Ausgaben der Main-Spitze der damaligen Zeit berichten über keinerlei Demonstrationen. Zum einen mag es daran gelegen haben, dass die Schüler zum Demonstrieren nach Frankfurt fuhren und zum anderen daran, dass ein Großteil den Ideen entweder ablehnend gegenüberstand oder sich dafür nicht interessierte.

Besonders "der rüssel" stellte sich den radikalen Ideen und Methoden des SSB in den Weg. Ein Beleg hierfür ist der Artikel "Wie werde ich Revoluzzer?" aus dem Jahre 1969. Auf humorvolle Weise wird in ihm das notwendige Verhalten eines "Revoluzzers" karikiert. Unter Punkt vier lesen wir:

"Die Sprache: Am besten, Du wirfst Dein Rüsselsheimerisch total über den Haufen und sprichst nur noch Soziologendeutsch. Etwa so: Die Gehirnkapazität des Agrarökonomen ist reziprok proportional dem Ertrag der Ernte gewisser subterraner Nachtschattengewächse. Zu gut Deutsch: Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln."

Dennoch führte die wachsende Kritik am "rüssel" zu dessen Politisierung. In den folgenden Ausgaben gibt er in sachlichen Artikeln Informationen zu Problemen der Zeit, wie zum Beispiel über den Vietnamkrieg oder den SDS. Diese werden außerdem noch in einer Fülle von Schülergedichten kritisch aufgearbeitet.

Am ehesten spiegelt die Abiturrede des Jahres 1968 die damalige Situation an unserer Schule wieder. Diese wurde damals von Frau Dr. Rau gehalten. Mit Zitaten aus Goethes "Faust", Shakespeare`s "Hamlet" und "Love’s Labour’s Lost" griff sie die "revoltierenden Studenten" an.

"Denn wie der Schüler des 'Faust', in seinen naiven Illusionen schon bei den ersten Schwierigkeiten enttäuscht, bald zur Bevorzugung des Einfachen neige, so verfalle derselbe Typ des Studenten heute leicht dem Radikalismus."

Allerdings betonte sie auch die Notwendigkeit einer Oberstufenreform und somit einer bedingten Demokratisierung der Schule.

Dieser "Brückenschlag" des relativ jungen Lehrerkollegiums hatte eine ausgleichende Wirkung, die ein gutes Lehr- und Lernklima am Immanuel-Kant-Gymnasium in dieser Zeit ermöglichte und schließlich sogar zu einem gemeinsamen Ausschuss von Lehrern und Schülern gegen die Notstandsgesetze führte.

HE-Filmer

Im Jahre 1967 wurde am Immanuel-Kant-Gymnasium eine Organisation namens HE-AG gegründet. Die von den Schülern Wolfgang Schneider, Rainer Schmidt und Thomas Frickel ins Leben gerufene "Aktiengesellschaft" sollte über mehrer Jahre Schüler und Lehrer in Atem halten.Bei der HE-AG handelte es sich um eine Filmgesellschaft, die mit Laiendarstellern unserer Schule "unvergessliche Filmhits" drehte, erinnert sei hierbei nur an "Der Schwarze" mit Hugo Eckstein, Hannelore Boller, Elisabeth Ritzert, Albrecht Schmidt und Friedhelm Mayer in den Hauptrollen oder an den gesellschaftskritischen Film "Zäsur", der bei den 5. Informationstagen mit Kurzfilmen in West-Berlin im April `73 uraufgeführt wurde.

Übrigens: Benannt wurde die HE-AG nach ihrem "Maskottchen": Hugo Eckstein.

Die siebziger Jahre

Um den Schülerzustrom an unser Gymnasium zu bewältigen, errichtete eine französische Firma in den Sommerferien 1973 sogenannte "Pavillons", die im Schülerjargon weniger euphemistisch"Baracken" genannt wurden. Diese als Provisorium gedachten zusätzlichen Klassenräume sollten der Schule bis ins Jahr 1989 erhalten bleiben.

Die Begeisterung und das Engagement der Schüler für Politik, aber auch für andere Aktivitäten in der Schule ließ in den siebziger Jahren rapide nach. Die Schülerzeitung "der rüssel" erschien in immer größeren Abständen, und auch die Schülermitverwaltung begann einzuschlafen.

Erst langsam ging die Saat der "`68er Revolution" auf. Durch die Oberstufenreform im Schuljahr 76/77 wurde die Schule etwas demokratischer. Dennoch gab es auch kritische Stimmen, so lesen wir z.B. in der Juni-Ausgabe des "rüssel":

"Wer nun von dieser Reform erhofft hat, daß sie leistungsbetonte Situationen abbaut, wurde schwer enttäuscht. Das, was die Kultusminister hier gestaltet haben,verankert das Erziehungsinstitut Schule endgültig tief in unserer karrierebestimmten Hochleistungsgesellschaft. [...]

Die Gruppe der Schüler wird zu Einzelpersonen zerpflückt, an die Stelle von Gemeinschaftssinn und Teamwork treten jetzt endgültig Karrieregedanken und Einzelkämpfertum. Neben Bleistift und Papier wird der Ellbogen zum meist benutzten Handwerkszeug in der Schule aufsteigen."

In derselben Ausgabe erfahren wir auch, dass das Hessische Kultusministerium "die Verwendung von elektronischen Rechengeräten im Unterricht erlaubt, wenn der Schüler bereits Grundkenntnisse in bestimmten Rechenoperationen besitzt und alle Schüler eines Kurses ein solches besitzen."

Allerdings gingen mit der "Demokratisierung der Schule" auch einige ihrer Traditionen verloren, wie das feierliche Überreichen des Abiturzeugnisses, welches von der Mehrheit der Schüler als "Muff" abgelehnt wurde. Hierzu Herr Gaspar, der in dieser Zeit bei uns Abitur machte:

"Mir hat damals der Keil das Abiturzeugnis in seinem Büro gegeben. In der einen Hand ein Käsebrötchen, mit der anderen gratulierte er mir. Da hab ich es hinten auf mein Fahrrad geklemmt und bin nach Hause gefahren."

"Nieder mit Springer, es lebe der Ikarus"

In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre kam es durch die Sensibilisierung für die Probleme der modernen Industriegesellschaft zu einem verstärkten Schülerengagement. Das erste Zeichen hierfür ist die Gründung einer neuen Schülerzeitung als Antwort auf die wachsende Kritik am kaum noch erscheinenden "rüssel".

Der "Ikarus" (Immanuel-Kant-Ruesselsheim) war weniger konservativ als der "rüssel" und begann, aggressiv auf Probleme unserer Schule, aber auch der Gesellschaft, hinzuweisen. Relativ schnell gelang es dem "Ikarus", die eingeschlafene SV wiederzubeleben und mit ihr zahlreiche und sehr beliebte Feiern am Kant-Gymnasium zu organisieren, die von Jugendlichen aus dem ganzen Kreis Groß-Gerau besucht wurden.

Für das Max-Planck-Gymnasium und die Gustav-Heinemann-Schule, die selbst keine Schülerzeitungen besaßen, übernahm er die Funktion des Sprachrohres.

Das Einmalige am "Ikarus" ist wohl die Tatsache, dass er durch die Kritik an den kommunalpolitischen Verhältnissen in Rüsselsheim bald selbst zu einem Politikum wurde. Die örtliche Presse bereitete mehr als einmal Artikel des Ikarus nach. Zu Pfingsten 1981 erhielt er deshalb den Förderpreis der Kreissparkasse Groß-Gerau in Höhe von DM 500,-

Ein "Steckenpferd" des Ikarus war die satirische Kritik an der Springer-Presse, welche in der "legendären Nr.7" des Jahres 1980 gipfelte. Die Ausgabe war im typischen "Bildzeitungsstil" aufgemacht und hatte als Schlagzeile: "Schleppt Dr.Dr. Matthias Opelautos ab?".Die teilweise gravierende Häufung von Rechtschreibfehlern und der zugegebenermaßen "linke touch" des Ikarus führten zu einiger Kritik durch das Lehrerkollegium, dies konnte der Beliebtheit dieser Schülerzeitung aber keinen Abbruch tun.

Die "grünen" Achtziger

Im Juli 1980 kam es zum ersten "Sit-in" in der Geschichte Rüsselsheims. Was die politischen Unruhen des Jahres `68 nicht vermocht hatten, schaffte die Enge unseres Aufenthaltsraums. Ein Großteil der Schülerschaft des Immanuel-Kant-Gymnasiums besetzte, gewappnet mit Kissen oder Decke, das Foyer, um dessen Nutzung als zusätzlichen Aufenthaltsbereich zu erreichen. Die Schulleitung hatte Verständnis für diese Problematik und leitete sie weiter an den Magistrat der Stadt. Wahrscheinlich wird sie dort heute noch bearbeitet.

Dennoch machte diese Aktion der Schülerschaft Mut, sich durch weitere Demonstrationen Gehör zu verschaffen.

Im Jahre 1981 wurde an der IKS die erste Projektwoche durchgeführt; die freie Art des Lernens, fernab von 45-Minuten-Häppchen und gewohnten Gruppen-Konstellationen, wurde von den Schülerinnen und Schülern begeistert genutzt. Die Durchführung von Projektwochen wurde bis heute (im Zweijahres-Turnus) beibehalten.

Die Ikarus-Hütte

Ende der siebziger Jahre führten die Pläne einer Erweiterung des Frankfurter Flughafens zu einer breiten ökologischen Diskussion in der Bevölkerung. Der "Ikarus" begleitete diese Entwicklung mit zahlreichen Artikeln und weckte damit ein breites Interesse in der Schülerschaft.

Als nun Anfang der achtziger Jahre die Flughafen-AG konkrete Pläne für den Bau der Startbahn-West entwickelt hatte und diese auch in die Tat umsetzen wollte, zeigte sich der Protest der Bürger in Form zahlreicher Bürgerinitiativen. Am Anfang standen Protestmärsche im gesamten Rhein-Main-Gebiet, darunter auch in Rüsselsheim, an denen zahlreiche Schüler unseres Institutes teilnahmen. Als nun der Wille zum Roden bei der FAG immer deutlicher wurde, entschlossen sich die Bürgerinitiativen, eine Hütte auf dem geplanten Startbahngelände zu bauen. Sehr schnell nahmen andere Startbahngegner diese Idee auf und errichteten ein regelrechtes "Hüttendorf".

Vier Tage nachdem die FAG die ersten 7 ha Wald abholzen ließ, zog auch eine Schülergruppe des Immanuel-Kant-Gymnasium in den Wald und begann mit der Errichtung der "Ikarus-Hütte".

In Horst Karaseks Buch "Das Dorf im Flörsheimer Wald" wird die Hütte wie folgt beschrieben:

"Von der Ikarus-Hütte ist über dem Waldboden nur ein flaches Dach mit einem Oberfenster zu sehen. Über eine Luke und Leiter steigt man ins Innere, das aus zwei Ebenen besteht. Im vorderen, tieferen und breiteren Raum steht der Ofen, daneben ist noch einmal eine Vertiefung für eine Matratze eingelassen, über der sich ein zweistöckiges Bettgestell befindet. Rechts davon stehen auf einer halbmeterhohen Plattform ein schmaler Tisch und zwei Sitzbänke. Darunter ist ein natürlicher Kühlschrank in den Waldboden eingelassen, durch den die Mäuse ein- und ausgehen."

Von den anfangs zahlreichen Schülern, die sich an der Ikarus-Hütte beteiligten, blieben am Ende nur noch fünf übrig. Dennoch war das Interesse der Oberstufenschüler so groß, dass sie, als einmal das Gerücht auftauchte, das Hüttendorf solle geräumt werden, geschlossen den Unterricht verließen und zur Ikarus Hütte marschierten.

Das Ende des Hüttendorfes ist bekannt und wohl eher eines der finsteren Kapitel unserer bundesrepublikanischen Wirklichkeit.

Die "Neuzeit"

Nach der Räumung des Hüttendorfes und der erfolgreichen Reifeprüfung der "Hüttenbauer und Filmemacher", die gleichermaßen aktiv in SV und "Ikarus" waren, folgte eine Zeit großer Lethargie. Wieder einmal schlief die SV ein und eine Schülerzeitung starb.

Der langjährige Direktor Werner Keil ging am 31.01.89 in Pension. Sein Nachfolger wurde am 20.04.89 Günther Jacobs.

Mit dem Abriss der Baracken und der Errichtung des Neubaus an der Sauerbruchstraße (das Gebäude mit 12 Unterrichtsräumen für die Oberstufe und einem Lehrerstützpunkt wurde 1990 eingeweiht) nahm man an, die Platzprobleme gelöst zu haben.

Zu Beginn der Neunziger gelang es, die SV aus ihrem "Dornröschenschlaf" zu erwecken und auch wieder eine einigermaßen regelmäßig erscheinende Schülerzeitung, den "Neuen Ikarus", zu etablieren.

Durch den Golfkrieg im Jahre 1992, wurde ein Großteil der Schüler, aber auch der Lehrer, wieder für politische Themen sensibler.

Die Stadtschülervertretung organisierte in der allgemeinen Golfkriegs-Hysterie eine Schülerdemonstration vor dem Rathaus, an der etwa 400 Schüler von Kant- und Planckgymnasium, sowie Heisenberg- und Heinemann-Schule teilnahmen. Das Kant-Gymnasium war hierbei die einzige Schule, an der die Teilnahme von Schülern von der Schulleitung nicht weiter verfolgt wurde.

Seitdem versucht die SV durch Podiumsdiskussionen und Vortragsveranstaltungen, die Schülerschaft weiter zu politisieren. So fand z.B im Dezember ‘92 eine Veranstaltung mit Karl-Heinz-Böhm statt und im März ‘93 eine Podiumsdiskussion zum Thema "Asylkompromiss".

Zum fünfzigsten Jahrestag des Kriegsendes fanden 1995 in der Aula Gespräche mit Zeitzeugen statt, und ein Teil des Leistungskurses Gemeinschaftskunde (13) gestaltete die Ausstellung "50 Jahre Kriegsende" im Rüsselsheimer Stadtmuseum mit.